Monday, June 04, 2007

.. würd ich machen, wenn ich Königin von Deutschland wär

Wobei mir die Herrschaft über Deutschland nicht ausreichen würde - es müsste schon die Weltherrschaft sein.

Ich würde erstmal damit beginnen, dass ich den Autobesitz grundsätzlich reglementieren würde. Wozu braucht ein Single-Mensch einen Q7? Braucht eine Familie 2 und mehr Wagen?
Wenn ich sehe, wieviele Leute alleine in ihrer Karre sitzen, wird mir schlecht. Ich bin sehr dafür, dass jeder seine Freiheit maximal ausleben darf - aber eben nur so weit, wie niemand anderes dadurch zu schaden kommt. Und wenn die Vernunft fehlt, müssen eben übergeordnete Regularien eingeführt werden.
Wer also ein Auto möchte, muss nachweisen, wofür es benötigt wird und dass es eine Familie oder eben eine Fahrgemeinschaft gibt, die das Auto voll ausnutzen kann. Für Singles mit einem nachgewiesenen Fahrbedarf gibt es maximal nen Smart - Ende.
Und um es mal klar zu sagen: Die reine Bequemlichkeit ist KEIN Argument. Natürlich ist es supi, wenn man seinen Hintern nur aus dem Bett an den Frühstückstisch und dann ins Auto und auf den Bürostuhl wälzen muss - aber wenn die uns geliehene Erde (jaja, Abschmack, aber so ist es eben) so am Arsch ist, spielt die Bequemlichkeit des Einzelnen keine Rolle.
Und mir ist es auch vollkommen egal, ob in der Autoindustrie Arbeitsplätze verloren gehen. Sollte die Klimakatastrophe auch nur annähernd so kommen, wie es prophezeit wird, ist das ein wirklich klitzekleines Problem.

Ich kann ja mal sagen, wie wir es als 4-köpfige Familie machen: Wir haben 2 Fahrradanhänger (einen besonders guten Weber Ritschie für unsere wertvollen Kinder und einen ollen für die Einkäufe), Fahrräder und die eigene Körperkraft. Wir leben gut so, haben keine Einschränkungen - aber mehr Kondition als die meisten Leute, die wir kennen ;-) Zum Winter hin werden wir Mitglied bei Stattauto/Green Wheels. So leben wir hier in Berlin gut - und so lebten wir auch in München gut. Und so kann man vorallen in den Städten bestens leben.
Das einzige, was stört, sind die Autofahrer...

Nach den wunderbar autofreien Straßen gestern fiel es mir heute wieder besonders negativ auf, wie aggressiv und dumm die meisten Autofahrer fahren (eine Autolänge weiter voran an der nächsten Ampel wird da gerne schon mal mit Leib und Leben - auch der anderen - verteidigt). Und eben: Wieviele alleine in ihrer Kiste sitzen und vor sich hin miefen.

Die öffentlichen Verkehrsmittel werden übrigens kostenlos und ausschließlich aus Steuergeldern bezahlt. Tut mir leid um die 1-Euro-Jobber, die dann nicht mehr als kleine Sheriffs Schwarzfahrern das Fürchten lehren können. Aber auf diese Weise werden die Öffis endlich attraktiv.

Und? Wählt Ihr mich?
Um die Schwerindustrie, Gütertransport und Energiegewinnung kümmere ich mich dann am zweiten Tag meiner Regentenschaft ;-)

14 comments:

Anonymous said...

Meine Stimme hast Du!
Ich laufe mit Laurin alleine mit Karre zum Einkaufen, Männer braucht allerdings für den Job in der Wallachei das Auto..

LG Corinna

schnuten said...

Fahrräder haben wir, benutzen wir aber selten. Im Schwabenland is es ja so hügelig. OK, das is ne schlechte ausrede.
Wir haben nur noch 1 Auto, seit ich nicht mehr arbeiten gehe.
Und wenn die öffis nix mehr kosten, könnte ich glatt aufs auto verzichten. :-)
Also dann hast du meine stimme.

jette said...

Ich fang grad wieder mit dem Fahrrad an, der Weg bis zur Arbeit ist ordentlich, und grad, wenn ich morgens ankomm, fühl ich mich phantastisch (und so warm ...)

Ich wähl Dich.

Andrea said...

Ich wähle dich.

Obwohl ich kein Fahrrad besitze. Ich bin mal ganz böse gestürzt und habe seit dem Angst zu fahren.
Ich muss gestehen, dass wir zwei Autos haben. Zwar mache ich hier auch einiges zu Fuß, aber bei den Bergen hier im Sauerland ist ein Auto (zumindes für mich) dringend erforderlich. Mein Mann hat einige Kilometer zu fahren bis zur Arbeit. Und hier sind die täglichen Wege zu Geschäften, Ärzten etc. so weit, dass es echt nicht anders geht.

Aber,...ich wünschte, es wäre anders.

Natalie said...

Prinzipiell würde ich Dir aufgrund anderer Posts meine Stimme geben:o). Trotz meiner Führerscheinfreiheit ein großes ABER bezügl. der Auto-Thesen: Ich wünschte, ich müsste den dämlichen Lappen nicht demnächst machen..aber werde nun in meinem hohen Alter doch noch gezungen! Sobald Finn täglich in den Kindergarten geht, reichen die Busverbindungen nicht mehr...es sei denn, ich gebe ihn um 7 Uhr ab. Per Bus von der Hautür ins Büro dauert fast 1,5 Stunden...per Auto max. 20 min.! Wiesbaden liegt in einem Kessel, und jeder Stadtrand liegt auf dem Hügel. Selbst eingefleischte Radfahrer im Freundeskreis kommen uns nicht mit selbigem am Wald besuchen....Ich wünschte, es wäre anders. Oder wir wären in Berlin (oder Potsdam) :o).

Katrin said...

Ich bin noch vorsichtig mit der Vergabe meiner Stimme. Da müsste ich schon Dein komplettes Regierungskonzept sehen. ;-)

Im Ernst: in der Stadt mag das mit einem oder ohne Auto funktionieren (in München hatte ich keines), aber sobald man auf dem Land lebt, wird es schwierig. Die Busverbindungen sind so oft miserabel, dass es irsinnig wäre, sich auf diese zu verlassen. Wir haben augenblicklich nur ein Auto. Trotzdem bin ich froh, im Notfall (wenn mein Mann unterwegs ist), auf das Auto meiner Schwiegermutter zurückgreifen zu können (strömender Regen und Kind muss zusammen mit Baby abgeholt werden). Sobald wir aber aufs Land ziehen, werde ich auch ein Auto brauchen.
Wie würdest Du es denn mit den Firmenfahrzeugen machen? Mein Mann ist z.B. viel beruflich unterwegs - er sitzt dann allein im Auto. Und wir fahren ein eher großes Auto (also keinen Smart). Ich bin sehr froh darüber, denn es bedeutet doch ein ganzes Stück mehr Sicherheit, wenn er hunderte Kilometer fahren muss (um knapp 30 Arbeitsplätze hier in NU zu erhalten).
Ich würde eher die Forschung in die Entwicklung schadstofffreier Autos fördern.

Und wo wir bei der Umweltfreundlichkeit sind: was sagt Dein Regierungskonzept zu Solaranlagen? Deren Produktion ist viel umweltbelastender, als was man durch sie bei der Energiegewinnung an Umweltschadstoffen einspart.

Und da wäre ja auch noch das Thema der Methan-ausstossenden Kühe, die den Klimawandel nicht unwesentlich beeinflussen. Es bleibt spannend... ;-)

Frau ... äh ... Mutti said...

Noch eine Stimme!

(Nie einen Führerschein gehabt zu haben, macht es leicht, auf´s Autofahren zu verzichten.)

[Ines] said...

Hallo, hört sich interessant an, aaaaaaaaaaber wir können leider nicht auf das Auto verzichten. René ist im Außendienst und muß viele Kilometer fahren. Wir wohnen ja auch am Rande der Republik, da fährt auch nicht immer ein Bus.

Ich muß aber sagen, ich habe mein Auto verkauft, eines reicht. Ich erlaufe in der Stadt alles, Rad fahren ist mir in de Stadt hier zu bergig, richtig bergig. In Berlin würde ich auch täglich Rad fahren, ist ja auch flach wie ein Kuchenteller...und mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man ja bei Euch auch überall hin.

Wenn Du mir als Kanzlerin ein funtionierendes öffentliches Verkehrsnetz garantierst, nicht nur in der Großstadt, wähle ich Dich.

Suse said...

Berlin ist flach wie ein Kuchenteller? Na, nu aba - wir haben hier Prenzlauer BERG, KreuzBERG, SchöneBERG....

;-)

[Ines] said...

Dieser Spruch war von meiner Freundin, die hat in SchöneBERG gewohnt ;O)

Tanja said...

Wenn Du die Weltherrschaft hast, muss man ja eh nicht mehr abstimmen oder;-))) Weltherrschaft erinnert mich übrigens immer an meine Lieblingscartoon-Figuren "The Pinky and the Brain" von den Animaniacs...kennst Du die? Die Mäuse aus dem Tierversuchslabor versuchen jeden Tag die Weltherrschaft an sich zu reissen...

Ich bin übrigens auch ein großer Fan der ÖV-Mittel - vor allem weil ich nicht gerne Auto fahre, sondern lieber lese oder durch die Gegend schaue in der Zeit;-)

Suse said...

@ Tanja: Na klar kenne ich The Pinky and the Brain ;-)

Mir geht es übrigens keinesfalls darum, dass sich irgendjemand für seine Entscheidung rechtfertigen soll - aber ich finde es schon wichtig, dass auch die Pro-Contra-Auto-Entscheidung BEWUSST gefällt wird. Und zwar möglichst nicht nach Bequemlichkeitsfaktoren - sondern aus der Vernunft heraus.
Und Zeit in den Öffis ist geschenkte Zeit - zum Lesen, mit den Kinder quatschen, zum Träumen. Auch wenn das ne Stunde weniger Schlaf bedeuten mag.

Annegret said...

ich wähl dich auch, da wäre wieder soviel mehr platz in berlin...und die hintern der leute würden von der kondi vom radeln auch hübscher werden...unser auto ist seit märz kaputt, hat uns noch notdürftig zur entbindung und zur nachtapotheke gebracht und steht nun schlafend auf der strasse...aus sentimentalen gründen...

Frau Schwaner said...

Der Pinky, der Pinky und der Brain, Brain, Brain, Brain *sing*
Meine Stimme hast du! Ich hab zwar einen Führerschein, trau´ mich aber in Berlin nicht zu fahren und bin außerdem zu geizig für ein Auto :) Wir laufen und laufen und laufen, der Mann nimmt noch oft das Fahrrad und ich ab und zu mal die BVG. Zur Arbeit natürlich immer... Und als ich so auf die Tram wartete und in die Autos glotzte, musste ich an dich denken. Alle alleine in ihrer Kiste und viele haben doch das gleich Ziel.