Monday, September 24, 2007

Bio-Kraftstoff und Lebensmittelpreise

Der Gatte sah eben im ARD einen sehr interessanten Beitrag in der Sendung "Fakt". Unser ehemaliger Umweltminister Trittin hat uns ein hübsches Erbe hinterlassen. Und zwar die Subventionierung von Raps als Bio-Kraftstoff. Die Bauern bekommen also Geld dafür, dass sie Raps für Bio-Kraftstoffe anbauen. Und so bauten viele Bauern früher nur auf 5% ihrer Felder Raps an - heute aber auf ca. 80% und 90-100% des Rapsertrages geht in die Bio-Diesel-Produktion. Und es wird natürlich weniger Weizen und co angebaut - was wir ja auch jetzt schon kräftig an den Preisen merken. Das Resultat wird sein, dass sich beispielsweise der Weizenpreis in den nächsten Jahren ca. vervierfachen wird.

Und der Witz an der ganzen Sache ist: Mittlerweile fand man heraus, dass Bio-Diesel die Umwelt ca. vier Mal so stark mit CO2 belastet wie fossile Brennstoffe - durch den CO2-intensiven Einsatz von Düngemitteln.

Sind also gar nicht immer die Chinesen, die schuld an unseren teuren Lebensmitteln sind - das schaffen wir auch ganz alleine ;-)

4 comments:

Elmi said...

Verrückte Welt!

Off-Topic, aber umso erschreckender ist auch der Discounter-Bio-Wahn, wo auf einmal Bio aus Übersee eingeflogen wird, was nicht nur rein umwelttechnisch mal so richtig für den A.... ist! Ich dreh noch mal durch!

Kassiopeia said...

Ich liebe Deutschland. Ich sah übrigens einen tollen Artikel zum Thema Monopol-Herrschaft der großen Energieversorger. E.On und Co bekommen Geld vom Staat fürs Bauen von schmutzigen Kraftwerken! JA- ist das Leben hier nicht schön?!

stadtfrau said...

aber der ebenfalls subventionierte europäische weizen ist ja immer noch viel billiger als der afrikanische, weshalb es wieder den afrikanischen bauern so mies geht - oder wie war das noch mal?

ich kann kaum mehr den überblick behalten über diese ganzen verstrickungen und beeinflussungen...

und dass biodiesel nicht so toll ist scheint noch nicht wirklich angekommen zu sein. in meinem umfeld gibt es jemanden, der da in dieses geschäft einsteigen möchte mit dem wir-verbessern-die-welt-argument (während sein kind tagtäglich mit dem auto zur nahen schule gebracht wird).

Anne said...

Subvention von Bio-Gas-Anlagen wäre da auch noch hinzuzufügen! Da wird gutes (subventionierter?) Getreide verballert (was aus ethisch/moralischen Gesichtspunkten ja schon einmal überhaupt nicht geht!) - und auf der anderen Seite muss Getreide dann teuer zugekauft werden... Da kann man noch Haare-raufend davonrennen...