Monday, June 02, 2008

Wessis und Ossis - und die Wut auf die Schwaben (2)



Den Zettel fand man am Samstag hier in der Gegend überall. Mittlerweile sind die Zettel alle wieder fein säuberlich entfernt (dabei ist sonntags doch nie Kehrwoche ;-)).

(Aber die Fronten sind klar - und den gekritzeltren Kommentar sollte man nicht überlesen)

10 comments:

stadtfrau said...

erklär mir bitte mal: wer genau sind jetzt die schwaben? steht das stellvertretend für alle westdeutschen?

kaanu said...

@ stadtfrau: Schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwaben
(Ich habe übrigens einen Schwaben geheiratet und lebe im Schwabenländle....)

@ suse: ich finde diese Schwaben-Problematik bei Euch immer wieder erstaunlich. ;-) Das das so auf die Schwaben fokussiert wird und nicht auf "wessis" allgemein. Die Schwabendichte im Prenzlauer Berg muss ja wirklich extrem sein. Wie korrekt wird überhaupt zwischen Wessi allgemein und Schwaben differenziert?

Anonymous said...

Schaade das das heute noch so ist....! Bayern ist nicht ganz Westdeutschland!!

Britta said...

@anonym: und Bayern ist definitiv NICHT Schwaben ;-))))))))

chrizzonik said...

Eigenltich sollte man ja meinen können, es wäre genügend Zeit vergangen... Das ist eine deutsche Eigenschaft, auf die ich mich sowas von nicht freue, wenn wir mal wieder zurück gehen! :-/

Britta said...

öhm, was ich eigentlich schreiben wollte: Ich finde es in der Tat auch sehr befremdlich - und ein wenig belustigend -, dass das in Prenzlberg so hochkocht, aber ein STücl weit ist es für mich (als Zugezogene im Süden, die viel mit Schwaben zu tun hat)zumindest vorstellbar, dass Schwaben und Urberliner vielleicht nicht immmer so gaaaaanz kompatibel sind ;-)

surpresa said...

Ich finde das auch ganz lustig, bei uns ist auch so ein kleiner Brennpunkt. Schwabeländle heißt bei uns Gololand und fängt in 20-30 km an.

Die Schwaben sind halt Sausäckle aber mir liebet sie, oder.

Ein Bayer ist definitiv kein Schwabe genauso wenig wie die Franken.

LG Dane

Suse said...

@stadtfrau: Nee, die Schwaben sind schon direkt gemeint. Das liegt natürlich u.a. daran, dass es hier im Prenzlauer Berg so viele Schwaben gibt. Aber auch an der speziellen Art vieler Schwaben - da muss man sich gar nichts vormachen. So nach dem Motto "Wo ein Schwabe ist ist vorn - und wenn ein Schwabe hinten ist - ist hinten vorn" ;-)
Es ist klar, dass das bei "Ureinwohnern" nicht immer auf Gegenliebe stoßen kann.
Wir beobachten immer wieder ein bisschen amüsiert den wirklich recht verbreiteten Typ Prenzlberger, der aus irgendeinem Kuh-Kaff ins große Berlin - und hier auch noch in einen DER Szenebezirke - kam (und wenn man fein lauscht, dann sind's tatsächlich oft die immernoch leicht schwäbelnden Exemplare ;-) "Mir könnet alles - nur kei Hochdeutsch" ;-)) und sich dann hier ganz plötzlich wie ein kleiner Star fühlt - und leider zuweilen auch so aufführt. Das ist übrigens einer der Gründe, warum hier Trend-Statussymbole und Labels so unglaublich wichtig sind ;-)

Aber im weiteren Sinne steht der Schwabe natürlich auch für den Wessi per se, der eben alles annektiert, watt ostdeutsch und nicht niet- und nagelfest ist.

@ kaanu: Natürlich ist nach wie vor die Hauptkategorisierung: Wessis und Ossis - is' klar.

@ Anonymous: Leute, seid doch so höflich und schreibt wenigstens 'nen Nicknamen zu euren Beiträgen, ick lösche die sonste - ick sage es Euch!
Ja, und Bayern ist nicht ganz West-Deutschland. Das ist doch schon lange klar. Habe ich nie dran gezweifelt (interessiert aber einfach viele Leute im täglichen Sprachgebrauch nicht ;-))

@ chrizzonik: Es gibt ganz sicher Gegenden, in denen diese Konflikte nicht so stark sind wie hier. Wo sonst treffen Ossis und Wessis schon so krass in dieser Menge aufeinander als in Berlin?

püppilottchen said...

liebe suse

voll interesse habe ich deine ossi-wessi-schwaben beiträge gelesen und so manches mal "weise", hier vor meinem mac ´rumgenickt :D ja,ja, die l(s)ieben schwaben... ;) auch in donauwörth seinerzeit wurde ich mit dieser "spezies" konfrontiert und da ich ja da die "preußin" war, wurde natürlich auch gerne verglichen, wer ist wie u.s.w... ein niemals endendes thema. diese gelben zettel da bei euch im prenzelberg finde ich allerdings alarmierend! man kann doch menschen nicht in einen "schwabensack" stecken und eine front gegen sie aufbauen - so ist das echt der falsche ansatz... schade!! die menschen sind wie sie sind, ob schwaben oder eltern von "jan-fredricks" und ist gibt eben nur diese, mit denen muß man sich halt arrangieren... meine meinung.

bleibt auf alle fälle spannend! harre der berichte die da kommen mögen :)

liebe grüße, von der ex-west-berlinerin-preußin-und auch-manchmal-ziemlich-sturen-wahlwestfälin, nicola

Alex said...

Nun muss ich doch mal zur Tastatur greifen.

Der (Schmier-)Zettel ist reiner Populismus und in der vorliegenden Form total daneben.
Als gebürtiger Berliner verfolge ich die Problematik mit den "Zugezogenen" schon eine Weile. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie aus den neuen oder alten Ländern kommen.
Problematisch wird es, wenn ein bestehender Kiez durch teilweise fragwürdige Mittel zerstört wird (umgehung von Bestandsschutz usw.). Wenn dann noch die ehemals neuen Kiezbewohner nach zwei, drei Jahren anfangen, die jetzigen "Neuen" etwas borniert auszugrenzen, dann läuft da was schief. Alleine schon die ewige Suche nach dem "Trendkiez" durch Neuberliner zwingt mir ein breites Grinsen ins Gesicht. Wenn dann noch hippe Trainingsjacken für 300 Euro angezogen werden, um alternativ lässig rüberzukommen wird's skuril.

Um eins klar zu stellen, ich liebe mein Berlin und diese Stadt lebt unbedingt von all den Einflüssen der Zugezogenen. Also sollten wir doch weiterhin alle herzlich willkommen heißen. Aber mit der Bitte, nicht alles hier kaputt, gleich und glatt zu machen. Denn dann ist Berlin bald Wiesbaden.

Mit den besten Grüßen aus dem Friedrichshain (der nicht nur aus dem Boxi, dem Volkspark und der Simon-Dach-Straße besteht ;-))