Friday, September 12, 2008

"Luxus für alle"

Meine Meinung zum Thema Mediaspree habe ich ja schon hier geschrieben und auch bin ich keine Freundin dieser komplett überflüssigen O2-World. Die Demo am Eröffnungstag fand ich gut und richtig - und wären wir hier nicht so im Stress, wären wir vielleicht auch hingegangen.
Aber wenn ich dann am nächsten Tag die Fotos mit den Plakaten sehe, kommt mir das Kotzen. Wie bitte soll man Leute ernst nehmen, die "Luxus für alle!" fordern...? Und kommt mir bitte nicht mit "Naja, das war ironisch gemeint!".

Worum geht's denn hier? Es geht darum, dass gewachsene Lebensräume und Kieze nicht ausschließlich nach wirtschaftlichen Kriterien gestaltet und zuweilen auch zerstört werden. Es geht darum, dass eben nicht immer das Kapital Recht hat und seine Interessen durchsetzen kann (ich weiß, ich weiß, Herr Wowereit, das sehen Sie anders). Aber mit eben jenen Forderungen wie "Luxus für alle" - oder wie bei der "Fuck-Yuppie"-Parade "Latte Macchiato für alle" - wird eine Demo zur lächerlichen Farce und riecht nach gammeligem Sozialneid auf die Besserverdienenden. Mit dem Kampf umd den Kiez hat das nichts mehr zu tun.

5 comments:

Anonymous said...

Wir waren im Sommer, als Touris in Berlin. Ich finde die ganze Stadt schon arg zugebaut. Jeder möchte eben ein Standort in der Hauptstadt haben und dann muß es natürlich größer und besser sein. Um nichts in der Welt könnte ich dort leben (sorry).Da bleib ich doch lieber im überschaubaren München. Haben viele Berliner Freunde hier, denen es nicht mehr in der Hauptstadt gefällt und die nichts mehr zurück zieht.

Viele Grüße
Birgit

Suse said...

Hallo Birgit,
naja, das Problem, dass die Wirtschaft grundsätzlich ihr Recht durchsetzen möchte, ist ja nun kein typisch Berliner Problem - und da München als Lösung/Alternative anzuführen... ist eigentlich schon fast zynisch ;-)

Würde es hier in Berlin so laufen wie in München - was die Interessen der Wirtschaft betrifft - wären die Unternehmen ganz ausgesprochen glücklich.
Ich habe in München gelebt und fand es da auch wirklich schnuckelig. Aber für meinen Geschmack zu wenig interessante und abwechslungsreiche Kieze, in denen es auch mal hoch hergeht und in denen wirklich was passiert.

Wenn ich 60 bin - dann könnte ich mir auch vorstellen, meinen Altersruhesitz nach München zu verlegen ;-)

rethinkable said...

Suse,

ich glaube ich verstehe hier etwas nicht. Warum fordern die denn "Luxus fuer alle"? Wollen die Sozialismus (dan auch eher "Armut fuer alle")? Was hat das denn in Bezug mit der Mediaspree zu tuen?

Was ich grundsaetzlich mit einer solchen Aussage nicht verstehe, wie kann jemand denn einfach so verlangen den Reichtum einer Firma zu teilen (ich bin mir noch nicht mal so sicher ob das wirklich so viel Reichtum ist. Das reicht wahrscheinlich gerade mal nur um ueber eine Rezession zu kommen. Die Nummern sehen immer recht gross aus, und fuer einen Kleinbuerger kaum zu begreifen, aber deshalb ist das auch ein Grosskonzern).

Ich verstehe einfach nicht wie man als Buerger von einem solchem Konzern einfach den Reichtum verlangen kann. In einem solchem Konzern steckt viel harte Arbeit und Ausdauer, das geschiet nicht einfach von heute auf morgen, und dann als kleiner Popelbuerger (sorry, ich bin auch einer :-) ) einfach zu verlangen das abzugeben? Ich weiss ja nich.

Also erklaer noch mal fuer doofe.

Ines said...

liebe suse, da kann ich nur noch zustimmend nicken.
lg ines

Suse said...

Naja, Hajo, das isset eben... Ich finde es unglaublich wichtig, dafür zu demonstrieren, dass nicht derjenige grundsätzlich recht bekommt, der die meiste Kohle hat.

Aber Forderungen wie "Luxus für alle" oder "Latte Macchiato für alle" sind da eben kontraproduktiv. Und lächerlich.