Sunday, June 29, 2008

Alternativprogramm für Kurzentschlossene

Wer heute Abend keine Lust auf Fußball, Public Viewing, Oleoleoleeee und co hat - im Filmcafe in der Schliemannstrasse treffen sich heute abend Fußballverdrossene zum Kinofilmschauen: "Sommer vorm Balkon".
Eintritt: frei.

Thursday, June 26, 2008

Feedreader

Während sich meine Nebenhöhlen gerade wieder verschließen, habe ich es gewagt, meinen Feedreader aufzurufen. Bisher habe ich ja meine Blogroll als Linkliste mißbraucht. Bloglines und Akgregator hatte ich irgendwann mal angeschaut und fand beides irgendwie blöd. Ich bin eher ein ungeduldiger Mensch und da muss es dann bitte ganz schnell gehen und alles klar, übersichtlich und intuitiv funktionieren. Wie beim Google-Reader.

Nun habe ich also 'nen tollen Reader - aber jetzt wird mir erst bewusst, WIEVIEL hier so mancher bloggt! Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass ich es erstaunlich finde, wann ihr das alles macht - wann soll man das denn bloß alles lesen? Irgendwie bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich 400 und nochwas Artikel einfach als gelesen anhake (ohne sie gelesen zu haben) ;-) - und dabei habe ich nicht mal alle für mich lesenswerten Blogs in den Reader eingetragen...

Da ist die einfache Blogroll-Linkliste ja irgendwie doch entspannter - mal hier, mal da geschaut, auf zurückliegende Seite klicke ich mich eh nie zurück ;-)

Kleiner Gruß zwischendurch

Ja, ist still geworden hier - denn ich liege im Bette mit ner fiesen Erkältung, die mir mittlerweile sogar die stimme nahm. Nicht so leicht für jemanden, der eher nicht zur schweigsamen Sorte Mensch gehört ;-).
Das Positive: Lilith flüstert jetzt auch immer öfters (weil sie die Mama nachmacht) - was für eine unglaubliche Erholung, wenn der 1000 Dezibel Kracher sich mal so zart und leise äußert ;-)

Mehr dann wieder demnächst.

Friday, June 20, 2008

Wohnzimmer-Stöckchen

Nach langer Zeit mache ich mal wieder bei 'nem Stöckchen mit (und entschuldige mich bei all' denen, deren Stöckchen ich auf die lange Bank schob ;-))

Aber es ist doch zu interessant, den anderen ins Wohnzimmer zu schmulen. (Und hier und da und dort)
Drum lasse ich auch schmulen ;-) (Kerzen habe ich nich' extra für Euch angemacht, die brennen noch vom Frühstück. Die werden bei uns jeden Morgen von Levin angemacht - wenn wir nicht draußen frühstücken)





Los, wer macht noch mit?

(Ich gebe zu, wir hatten gestern Besuch, sonst ist es weitaus chaotischer)

Berlin am Wochenende

Ja, wieder so spät, nächste Woche früher (wenn ichs schaffe ;-)):

- Blumenfest am Weissensee mit allerhand Aktionen für Kids - aber ob sich das fest wirklich lohnt... keine Ahnung

- Schwul-lesbisches Straßenfest (da war ich immer gerne - bis die Kinder kamen und fröhhliches und zielorientiertes Trinken am frühen Tag nicht mehr so drin ist ;-) Das Fest ist natürlich auch im nüchternen Zustand nett ;-)))

- FEZ: SOMMER, SONNE, SEGELTOUR
Große und kleine Leute erwartet ein bunter Strauß sommerlicher Mitspielaktionen, sportlicher Wettbewerbe und Bastelangebote. Die Boote sind seeklar und laden auf dem Wasserbecken zu einer lustigen Kahnpartie ein.


- Familiensommerfest in der Kiezoase Schöneberg

Und übrigens ist an diesem wochenende auch noch die Fête de la Musique.

Tuesday, June 17, 2008

Oje... (2)

Eben auf meiner Strafblogrunde stellte ich fest, dass es ein paar meiner Lieblingsblogs gar nicht mehr gibt... hm. Blogroll gnadenlos einschrumpfen? Mehr Blogrunden? (Aber wann?)
Und was ist mit den ganz oder teilweise passwortgeschützten Blogs? Wollen die ganz raus aus öffentlichen Blogrolls?

Oje...

So ist das also...

Leider komme ich vom vielen Blogrundendrehenmüssen nicht mehr zum Schreiben, muss wohl erstmal schließen ;-)

Saturday, June 14, 2008

Dieses Wochenende in Berlin

... ist ne Menge los. Vorallem für Familen mit Kindern:

- Strassentheater Festival am Mariannenplatz: Berlin lacht!

- Hussitenfest in Bernau

- und ein Wikingerfest bei Berlin in Schildow

Wir waren letztes Wochenende auf einem tollen Ritterfest in Diedersdorf in Berlin und sind auch dieses Wochenende scharf auf Ritter ;-)



Also: Bloß nicht Zuhause bleiben!

Thursday, June 12, 2008

Noch'n Gedicht

Aber kein lustiges.

Die Ballade vom Nachahmungstrieb

Es ist schon wahr: Nichts wirkt so rasch wie Gift!
Der Mensch, und sei er noch so minderjährig,
ist, was die Laster dieser Welt betrifft,
früh bei der Hand und unerhört gelehrig.

Im Februar, ich weiß nicht am wievielten,
geschah's, auf irgendeines Jungen Drängen,
dass Kinder, die im Hinterhofe spielten,
beschlossen, Naumanns Fritzchen aufzuhängen.

Sie kannten aus der Zeitung die Geschichten,
in denen Mord vorkommt und Polizei.
Und sie beschlossen, Naumann hinzurichten,
weil er, so sagten sie, ein Räuber sei.

Sie steckten seine Kopf in eine Schlinge.
Karl war der Pastor, lamentierte viel
und sagte ihm, wenn er zu schrein anfinge,
verdürbe er den anderen das Spiel.

Fritz Naumann äußerte, ihm sei nicht bange.
Die anderen waren ernst und führten ihn.
Man warf den Strick über die Teppichstange.
Und dann begang man, Fritzchen hochzuziehen.

Er sträubte sich. Es war zu spät. Er schwebte.
Dann klemmte sie den Strick am Haken ein.
Fritz zuckte, weil er noch ein bisschen lebte.
Ein kleines Mädchen zwickte ihn ins Bein.

Er zappelte ganz stumm, und etwas später
verkehrte sich das Kinderspiel in Mord.
Als die sieben kleinen Übeltäter
erkannten, liefen sie erschrocken fort.

Noch wusste niemand von dem armen Kinde.
Der Hof lag still. Der Himmel war blutrot.
Der kleine Naumann schaukelte im Winde.
Er mekte nichts davon. Denn er war tot.

Frau Witwe Zickler, die vorüberschlurfte,
lief auf der Straße und erhob Geschrei,
obwohl sie doch gar nicht schreien durfte.
Und gegen Sechs erschien die Polizei.

Die Mutter fiel in Ohnmacht vor dem Knaben.
Und beide wurden rasch ins Haus gebracht.
Karl, den man festnahm, sagte kalt:
"Wir haben es nur wie die Erwachsenen gemacht."

Erich Kästner

Tuesday, June 10, 2008

Wessis und Ossis - und die Wut auf die Schwaben (3)

Einen ganz netten Artikel zum Thema gibt's bei der WELT: "Schwaben-Hatz in Prenzlauer Berg"

Jene "Fuck Yuppies"-Parade hat sich übrigens selbst der Lächerlichkeit preisgegeben. Der Titel war ja noch witzig und einige der Themen - u.a. Anti-Mediaspree-Proteste - durchaus sinnvoll. Aber spätestens wenn die Demonstrierenden dann laut "Latte Macchiato für Alle" fordern, wirds unangenehm albern. Und man bekommt das Gefühl, hier geht's nicht um Mediaspree oder das Aufmerksam machen auf die Bedrohung von Kiezen - sondern um ur-deutsches Neiddenken "Mein Nachbar darf einfach nicht mehr verdienen als ich".

Friday, June 06, 2008

Klatsch und Tratsch mit langen Beinen

Ich muss ja zugeben: Ich habe sie nicht gesehen - die Lipgloss-Replikantinnen-ProSieben-Castingshow.

Sowieso zuckt es jedes Mal heftig im Zapping-Finger, wenn ich das deutsche Fräuleinwunder im TV sehe - und *schwubs* schon weg. Drum konnte ich jene Show gar nicht sehen. Nur ab und an mal ein paar von der Klum Verstoßene, die dann beim Raab auftauchten (auch heftiges Zapping-Finger-Zucken, aber nicht so heftig wie bei Klum). Und da sah ich dann mal eine, die wohl viel Heulen musste (aber immerhin hübsch war) und eine andere, die irgewie nuttig aussah und seit dem Rausschmiß aus der Klum-Show als Nackt-Putze arbeitet.

Naja, erstaunt war ich nun auch nicht, als ich das nichtssagende Gesicht des neuen Klum-Zöglings sah... eben ein weiteres, komplett beliebiges Mädel, das hoffentlich durch die Show ein paar Träume erfüllt bekommt (ich zweifle dran).
Aber die Beine sind schon toll!

Alles weitere erfährt man in diesem wirklich treffenden Artikel (soweit ich das als Nicht-Zuschauerin beurteilen kann)

Monday, June 02, 2008

Wessis und Ossis - und die Wut auf die Schwaben (2)



Den Zettel fand man am Samstag hier in der Gegend überall. Mittlerweile sind die Zettel alle wieder fein säuberlich entfernt (dabei ist sonntags doch nie Kehrwoche ;-)).

(Aber die Fronten sind klar - und den gekritzeltren Kommentar sollte man nicht überlesen)

Wessis und Ossis - und die Wut auf die Schwaben

Seitdem wir im Prenzlauer Berg/im Osten wohnen, ist das Ossi-Wessi-Thema überhaupt erst ein Thema geworden. Ich habe ja schon in einigen west-deutschen Städten gewohnt (für mich als West-Berlinerin ist ursprünglich alles ausserhalb Berlins "West-Deutschland" - Ost-Deutschland war eigentlich kein Thema, da fuhr man in der Regel auf der Transit-Autobahn nur durch. Und ganz selbstverständlich sagen alle Ur-West-Berliner, die ich kenne, auch heute noch: "Ach, wir fahren ein Wochenende nach West-Deutschland, wenn sie Berlin verlassen. Und eher nicht "Wir fahren nach Süd-Deutschland" - "Nord-Deutschland" o.ä.).
Und irgendwie habe ich da überall schon immer eine Menge Ossis gekannt, meine beste Freundin - als ich in Hannover wohnte - kam aus Thüringen, in der Deutschen Welle in Köln gab es neben jeder Menge weiterer Nationalitäten natürlich auch Ossis ;-), selbst im schwäbischen Epizentrum in Ulm lernte ich eine Ossi-Mama in der Pekip-Gruppe kennen, ein Großteil meiner mütterlichen Verwandtschaft kommt aus der Nähe von Wernigerode. Aber irgendwie waren diese Ossi-Wessi-Geschichten nie so ein Thema.

Hier im Prenzlauer Berg ist das Thema allgegenwärtig.

Letztens schwatzte ich mit einer Nachbarin, einer sich selbst als Alt-Mieterin bezeichnenden netten Frau um die 40, darüber, dass man im Haus doch allgemein ein bisschen mehr auf Sauberkeit achten könnte, als sie schließlich leise zu mir sagte "Naja, Sie wissen ja, früher war das anders... aber seitdem die ganzen Wessis hier sind..." (Ich entschied mich dann doch nicht ihr zu erzählen, dass ich auch so 'n "Wessi" bin).
Oder neulich beim Spazierengehen sagte jemand beim Vorbeilaufen "Also, seitdem die ganzen Wessis hier sind, ist der Prenzlauer Berg nicht mehr das, was er mal war...".
Na, das stimmt natürlich. Das ist er nicht und wird es auch nie wieder sein. Und ja, es stimmt, die Mietpreise hier erinnern mich zuweilen an unsere Wohnungssuche in München - je nachdem, in welcher Ecke im Prenzlberg man schaut. Und das bewirkt natürlich, dass Alt-Mieter diese Preise nicht mehr zahlen können und wegziehen müssen. Das ist nicht schön - aber die Welt dreht sich eben weiter.

Letztens hörte ich im Radio, dass Neukölln auf dem besten Wege ist, zum Szene-Bezirk zu werden (ist mir ehrlich gesagt ein echtes Rätsel, ich wohnte da während meines Studiums ein paar Jahre) - sollte das der Fall sein, wird da ein ähnliches Phänomen stattfinden: Die Mietpreise werden steigen, alteingesessene Bewohner werden jene Teile Neuköllns verlassen müssen usw. So wie es rund um die Bergmannstrasse in Kreuzberg schon vor Jahren stattfand (übrigens durch den Zuzug vieler "West-Deutscher". Ich glaube, dort ist die Entwicklung mittlerweile rückläufig). Das ist normal, sowas passiert - ist das wirklich ein Grund Fronten zu errichten?

Nach der Wende ging ich mit einigen Freunden gerne in den Dunckerclub. Der war irgendwie so unglaublich abgefucked und oll, das fanden wir einfach cool. Und die Gegend war noch viel abgefuckter und oller. Und irgendwie dachte ich jedes Mal "Wer hier wohnt, der hat wirklich verloren" und ich fand es immer ein bisschen angenehm gruselig, nachts nach dem Club-Besuch durch die finsteren Straßen mit den zerfallenen Häusern zum nächsten Nachtbus zu laufen. Und für mich stand immer fest: Hier kann man wirklich auf keinen Fall wohnen und leben!
Heute wohne ich in der Dunckerstrasse und es erscheint mir immer wieder unglaublich und etwas unwirklich, wenn ich die Gegend damals mit der Gegend heute vergleiche (den Dunckerclub gibt's übrigens auch heute noch - und ich glaube, der hat sich wirklich nicht verändert).

Ja, na klar hat es sich hier verändert. Aus einem vollkommen verkommenen Stadtteil, der während der DDR-Zeiten bewusst verfallen gelassen wurde, weil man hier alles wegreißen und Platte bauen wollte, wurde ein spannender, in manchen Bereichen komplett sanierter Stadtteil. Ein Stadtteil, in dem es jede Menge kleiner Designer-Läden gibt, Kreative sich zusammentun, versuchen, ihre Träume zu verwirklichen, Familien ob der hohen Kinder-/Familiendichte hinziehen, viele Leute aus den Neuen Medien wohnen (obwohl die ja doch schon größtenteils nach Mitte abgewandert sind - so sie keine Kinder haben).

Der Prenzlauer Berg so wie er heute ist, ist ein Kind der Wende. Und ohne die "bösen Schwaben" würde es hier heute anders aussehen. Wobei man sich ja auch vor Augen halten muss, dass dieses Prenzlauer Berg, das so furchtbar durch die "Wessis" versaut und ost-entfremdet wurde, ja nur einen Teil des tatsächlichen Stadtteils ausmacht. Es gibt ja durchaus noch Ecken, in denen ist man ist noch "unter sich".

Aber insgesamt stimmt es: Die Zeit ist im Prenzlauer Berg nicht stehen geblieben. Und ich bin frohen Mutes, dass sie das auch in Zukunft nicht tut ;-)