Thursday, November 27, 2008

Schöne Klamotten bei Lidl (2)

Spiegel berichtet heute auch über das Thema. Nun ratet mal, wieviel Prozent der Preiszusammensetzung an den Arbeiter gehen, der ein T-Shirt für einen Discounter nähte (also von den 4,90€ oder was so ein T-Shirt bei Kik, Lidl und co kostet).
10%? 5%? Die Antwort gibts hier.

"(...) nach einer Umfrage des Branchenblattes "Textilwirtschaft" denken 70 Prozent der Deutschen, dass die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen bei Industrie- und Handelsunternehmen liegt, nur 30 Prozent wären bereit, mehr für Kleidung zu zahlen, die sozialverträglich produziert wird. Und nur fünf Prozent geben an, überhaupt darauf zu achten, wie die Bekleidung hergestellt wird, die sie kaufen." Quelle: Spiegel online

Wednesday, November 26, 2008

Schöne Klamotten bei Lidl

Ich gebe es zu - wir kaufen da auch zuweilen. In erster Linie die Hosen, die sich im Bündchen enger stellen lassen - denn die sind schon von vornherein schön schmal geschnitten für unseren schmalen Sohn. Bei anderen Herstellern bildet sich am Bauch meistens eine unschöne Wulst, die eben beim Bewegen stört. Ha! Und ich fange eben schon an, mich zu rechtfertigen. Ihr seht, mir ist schon klar, dass ich mir in erster Linie an die eigene Nase fassen muss.
Nun haben wir es ja schon alle geahnt und viele auch gewusst: SO billige Plünnen können einfach nicht fair hergestellt werden. Niemals im Leben kann eine dicke Winterjacke 9 Euro kosten - und die Menschen, die sie zusammennähten bekamen von den 9 Euro einen fairen Lohn und arbeiteten unter menschenwürdigen Umständen. Denn von den 9 Euro pro Jacke wird ja nicht nur der Arbeiter bezahlt, es müssen noch die Materialkosten gedeckt werden (und insbesondere jeder, der näht, weiss, was da für Kosten auf einen zukommen), dann kommen Transport- und Verpackungskosten hinzu... und schließlich wollen die Discounter ja auch noch einen ordentlichen Profit einheimsen. Was man ihnen ja auch nicht verdenken kann - schließlich müssen sie wirtschaftlich arbeiten.
Ja, es wird klar: Der Arbeiter ist derjenige, der mit üblen Arbeits- und Lebensumständen dafür bezahlen muss, dass wir so hübsche und extrem billige Plünnen bei Discountern kaufen können.
Nicht neu. Aber aufs Neue und aktuell hier nachzulesen.

Alles immer unter "Jaja, das passiert, wenn sich die 'Geiz ist geil'-Mentalität immer mehr durchsetzt!" zu verbuchen - ist wohl zu einfach. Denn gerade wenn man Kinder hat - ist "Geiz" zuweilen gar nicht geil, sondern einfach notwendig. Tatsächlich haben bei uns Kosten für Kurse (Klettern, Tanzen und co), Bücher, Spielsachen usw. eine weitaus höhere Priorität als Klamotten. Und dann kommt eine Ersatzhose von Lidl eben wirklich gelegen.

Ich höre immer wieder "Und was soll man da machen? Wenn man die Sachen nicht kauft, dann haben die Arbeiter in der Dritten Welt ja gar kein Geld mehr! Das ist dann ja auch die falsche Strategie!". Irgendwie klingt das logisch - stimmt aber trotzdem nicht. Denn es gibt ja auch einige Klamottenhersteller, die ihre Sachen zu fairen Bedingungen fertigen lassen. Und dann bekommen die Arbeiter in der Dritten Welt eben doch ihren Lohn - einen fairen Lohn zu fairen Arbeitsbedingungen.

Fazit: Wirklich überdenken, was man braucht und nicht alles kaufen, was irgendwie sinnvoll erscheint und ganz hübsch aussieht. Stattdessen eben weniger Zeug kaufen und dafür bei Herstellern, die zu fairen Bedingungen arbeiten. Und ruhig auch mal öfters Second Hand.
(Übrigens, nicht alle Hersteller, die teurer sind, stellen auch unter fairen Bedingungen her - Esprit ist da ein arg schlimmes Beispiel. Die lassen nämlich auch zu übelsten Bedingungen fertigen)


Interessanter Blog zu dem Thema: Grüne Mode

Sunday, November 23, 2008

Definitiv und eindeutig:

Schnee in Berlin!

Meine Familie liebte mich selten mehr als in dem Moment, als ich sie heute - Sonntag - um kurz vor achte aus ihren schönsten Träumen weckte und rief: "Los! Wir gehen spazieren!" :-)

(und mein Gatte und ich stellten beide fest: Eines Tages kommt es ganz schleichend und über Nacht - aus einem Menschen wird ein Elter. Und der macht dann so wirklich abartige Dinge wie sonntags in der Früh aufzustehen, um mit den Kindern durch die Kälte zu latschen, nur weil ein bisschen Schnee fiel... Als ich noch ein Mensch war, eine Nicht-Mama - hätte ich sowas NIE getan. Ich wäre um die Uhrzeit bei dem Wetter höchstens draußen gewesen, weil ich von 'ner langen Nacht nach Hause kam...)





Friday, November 07, 2008

"A message for Obama"


ObamaMsg, originally uploaded by izzysmum.

Eine flickr-Gruppe, in der die Wünsche an den neuen Präsidenten zum Ausdruck gebracht werden. Großes und Kleines, Persönliches und Allgemeines. Lohnt sich wirklich anzuschauen.




a message for Obama
Originally uploaded by ms.Tea







never again
Originally uploaded by avschic23

Wednesday, November 05, 2008

It is done.

Schöne Fotostrecke zur Wahl. Wie schön: die Vernunft hat gesiegt. Mal sehen, was die nächsten 4 Jahre bringen.
Congratulations, Mr. Obama.

(Bye bye, Mrs. Palin)

Monday, November 03, 2008

RevoluzZza goes Nationalgalerie

Letztens bekam ich einen Anruf und man fragte mich, ob man mich dafür gewinnen könnte, eine von Paul Klee gemalte Figur als Stofftier umzusetzen. Und zwar für die große Doppelausstellung der Künstler Paul Klee und Jeff Koons in der Neuen Nationalgalerie. Die "Klee-Monster" würden dann begleitend zur Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie präsentiert und verkauft werden. Die Familie Klee fände die Idee auch gut und sei damit einverstanden (was notwendig war, denn das Copyright liegt bei den Klee-Erben). Natürlich fand und finde ich das Projekt wirklich großartig und es ist eine wunderbare und spannende Herausforderung eine Figur eines so großen Künstlers wie Paul Klee umzusetzen.

Ich präsentierte der Agentur drei verschiedene Prototypen - und zu meiner großen Freude entschied man sich für den Prototypen, der auch mein Favorit war. Bis zur großen Vernissage war nicht mehr viel Zeit und es mussten wenigstens ein paar der Tiere fertig sein. Und das klappte auch wirklich ganz knapp - kurz vor Beginn der Vernissage brachten wir die Monster in die Neue Nationalgalerie und sie wurden noch rasch von den Deko-Profis dort wirklich toll in Szene gesetzt. Leider habe ich es weder geschafft, von den ersten Tieren überhaupt Fotos zu machen - noch von der beeindruckenden Klee-Monster-Szenerie. Aber letzteres wird nachgeholt.

Jedes Klee-Monster ist ein Einzelstück, ein Original, kein Tier gleicht dem anderen und die Monster sind auf der hinteren Seite fortlaufend durchnummeriert.
Schon während der Vernissage wurde ein Großteil verkauft. Und am Freitag - als die Ausstellung dann für alle Besucher eröffnet wurde - waren sie schon ausverkauft. Als wir am Sonntag Nachschub brachten, staunten wir nicht schlecht über den Besucheransturm: "Schlangestehen für den Kunstgenuss".

Wer in Berlin lebt oder in den nächsten 3 Monaten in die Hauptstadt kommt, sollte sich die Ausstellung in der neuen Nationalgalerie wirklich nicht entgehen lassen. Neben den prachvollen großformatigen Exponaten Koons im oberen Teil der Galerie handelt es sich beim "Universum Klee" um eine einzigartige Retrospektive von Klees Werk. Barbara Wiegand schrieb einen Kommentar zur Ausstellung der so gegensätzlich wirkenden Künstler Klee und Koon, der auf die Ausstellung einstimmt: Pop trifft Behutsamkeit.

Wer das verpasst, ist selber schuld.

Das Original-Bild von Paul Klee:



Paul Klee - Blaumantel, 1940,7
Öl auf Wachsfarben auf Papier und Karton
© VBK Wien, 2008
Extended loan of the Carl Djerassi Albertina, Wien - promised gift ot the Carl Djerassi Art Trust II


Und die Klee-Monster umgesetzt von RevoluzZza:

Total viral

Nicht mehr ganz neu, das Video. Aber einfach zeitlos.

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Saturday, November 01, 2008

Studie mit überraschendem Ergebnis

Man staunt, man sagt "Aaaah" und "Ach, das hätt' ich nicht gedacht!" Also Leute - im Ernst?
Es gibt also eine niegelnagelneue Studie, die das brisante Ergenbis liefert: Richtig viele Abiturienten studieren NICHT, weil sie die Studiengebühren fürchten. Ca 18.000 junge Leute allein aus dem Abiturjahrgang 2006 haben aufgrund der Studiengebühren KEIN Studium aufgenommen.
Ich frage mich, warum man überhaupt Kohle für Studien zu solchen Selbstverständlichkeiten verpulvert? Glaubte da wirklich jemand, dass es nun MEHR Studierende gäbe? Dass Studiengebühren junge Leute erst so richtig zum Studieren MOTIVIEREN würde?

Aber der Frau, die die Studie in Auftrag gab - Bundesbildungsministerin Schavan - gefällt das Ergebnis nicht. Ist klar: Die findet Studiengebühren ja auch supi. Und deshalb hat sie das Ergebnis nun schon seit Wochen zurückgehalten. Sie wollte einfach nicht verraten, dass sie sich geirrt hat.
Aber DASS sie wirklich glaubte, bei der Studie könnte ein anderes Ergebnis rauskommen, sollte doch zeigen, dass ihr für das Amt der Bundesbildungsministerin einfach die Kompetenz fehlt.

Einmal mehr überkommt mich ein Gruselgefühl - ungefähr so eines wie damals, als es im Fernsehen mal solche Kinderreporter gab, die Politiker nach dem Internet befragten und antworten kamen wie "Ins Internet... da bin ich bisher nur 1 oder 2 Mal gegangen...". Das sind dann die Leute, die über Gesetze bezüglich des Internets abstimmen...