Wednesday, December 02, 2015

Das ultimative Still-Comic

Als ich zum ersten Mal schwanger war, las und kramte und wühlte ich mich durch alle möglichen Bücher, Zeitschriften, recherchierte im Internet was es nur so gab und brachte meine Hebamme mit meinen Ideen so manches Mal zur Verzweiflung "Letztens las ich... was sagen Sie dazu?".

Ich habe viele Jahre als Redakteurin gearbeitet und eine gute Recherche schien mir die beste Vorbereitung auf die Geburt zu sein und alles was danach kam.
Von der Die Hebammensprechstunde über das ultimative Stillbuch und Geburt ohne Gewalt sowie Geburt und Stillen: Über die Natur elementarer Erfahrungen bis hin zu Schlafen und Wachen - Ein Elternbuch für Kindernächte.
Das sind für mich auch nach wie vor alles wirklich hilfreiche und gute Bücher - ebenso wie In Liebe wachsen: Liebevolle Erziehung für glückliche Familien, Sanfte Hände: Die traditionelle Kunst der indischen Baby-Massage und Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren.

Das beste Buch über die Ernährung von Babys und Kleinkindern ist für mich Mein Kind will nicht essen: Ein Löffelchen für Mama, das leider einen vollkommen verwirrenden Titel trägt.
Denn es geht hier nicht um "Problemkinder" - sondern allgemein um entspannende Informationen rund um die Ernährung, die sich nicht nach den Ratschlägen der Industrie richtet.
Meine Tochter hatte mit 9 Monaten eine Entwicklungstörung, nahm rapide ab und verlor auch viele ihrer bisher rasch entwickelten Fähigkeiten. Bange Wochen im Krankenhaus folgten und niemand wusste, was den Zustand meiner Tochter auslöste. Ich saß auf der Kinderkrebsstation und wartete in angsterfüllten Stunden auf Untersuchungsergebnisse, dann wurde eine Autoimmunerkrankung vermutet - oder noch vieles mehr.
Die Stationsärztin machte mich runter, ich solle endlich aufhören zu Stillen und dem Kind "ordentliche Fertigbreie" geben (meine Tochter wurde zu dem Zeitpunkt gestillt und bekam hälftig Beikost). Tatsächlich war es damals insbesondere das Buch von Dr. González, das mir die Kraft gab, mich der Ärztin zu widersetzen.
Als sich schließlich der Oberarzt der Klinik meiner Tochter annahm, wurde festgestellt, dass ihr Darm schlichtweg noch nicht in der Lage war, die Nährstoffe der Beikost aufzuspalten - sie also noch nicht "beikostreif" war und bis auf weiteres vollgestillt werden sollte.
Tatsächlich nahm sie wieder rasant zu nachdem ich die Beikost wegließ und wurde bis auf weiteres vollgestillt. Das Problem war damit gelöst.
Laut Oberarzt ist es viel häufiger der Fall, dass Babys mit sechs oder auch neun Monaten noch nicht "beikostreif" sind - und viele Verdauungs- und Schlafprobleme das Resultat.

Schließlich noch eines meiner Lieblingsbücher zum Thema Geburt, Tragen und Stillen: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück: Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit.
Das ist einfach wunderschön, entlarvend und sehr lesenswert.

Und weil ich ein großer Comic und Graphic Novel-Fan bin - hätte ich mir damals sehr das ultimative Comic zur Geburt, zum Stillen und alles rund ums Baby gewünscht. Ging auch ohne - aber alle Schwangeren und frischen Mamas haben's jetzt besser: "Neuland", gezeichnet von der wunderbaren Kati Rickenbach.
Muss allerdings in der Schweiz bestellt werden.
Hier gibt's eine Leseprobe, die beweist, dass sich die Bestellung wirklich lohnt - perfektes Weihnachtsgeschenk für die schwangere Freundin, die frischgebackene Mama von nebenan und überhaupt alle.

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