Friday, November 27, 2015

Hebammen - Teil 1


Schon lange möchte ich einen Text zum Thema "Hebammen" schreiben.
Und über unseren Umgang mit Hebammen - und die Folgen.
Und unsere bei weitem nicht ausreichenden Proteste (denn ePetitionen sind schön - aber genügen nicht) gegen die zunehmende Zerstörung eines ganzen Berufszweiges.
Das Verschwinden der Hebammen.
Und die Situation in den Kreißsälen und Geburtshäusern.
Und werdende Mütter, die für eine Hausgeburt keine Hebamme mehr finden können.


Ehrlich gesagt überkommt mich bei dem Thema eine Hilflosigkeit und Lähmung, dass es mir wirklich schwer fällt, die richtigen Worte zu finden.
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich froh bin, dass meine Familienplanung einigermaßen abgeschlossen ist.
Aber dann schaue ich meine Tochter an und mir wird klar: Das Thema bleibt auch für mich ein Thema.
Und es trifft mich ja nicht nur als potentiell Schwangere - sondern als Frau.

Ich möchte damit beginnen, dass ich bei meinen beiden Schwangerschaften unglaublich tolle Hebammen hatte. Meine erste Schwangerschaft war sehr schwer und ich musste 3 Monate fest liegen - ohne meine wunderbare schwäbische "Schauetwirmal"-Hebamme (wer in Ulm eine Hebamme sucht: hier) hätte ich das nicht geschafft.
Sie beruhigte mich immer wieder. Sie half mir bei zunehmenden Wassereinlagerungen extrem effektiv und beriet mich bezüglich der Geburt sehr, sehr gut (ich ging in diese ungeplante Schwangerschaft als Workoholic-Art Director-Multimedia-Tussi mit der Vorstellung "Das muss aber ein Wunschkaiserschnitt werden - für alles andere haben ich keine Zeit!" - und sie sagte: "Schauet wir mal...").
Während der Schwangerschaft hatte ich noch eine zweite Hebamme, die mit uns Haptonomie (spannendes Thema, schaut mal hier nach) und mit mir autogenes Training machte, weil ich nach einem Monat liegen, Restless-Legs-Syndrom und co immer unruhiger und bald närrisch wurde.

Die Geburt fand leider in einem Krankenhaus statt - und hauptsächlich von Ärzten geleitet und praktisch ohne Mitspracherecht von mir als Gebärender.

Deshalb entschied ich mich bei der zweiten Schwangerschaft für ein Geburtshaus. Eine wirklich großartige Erfahrung und ein toller Start ins Leben für meine Tochter.
Und auch hier gibt es mehrere Hebammen, denen ich mein Leben lang dankbar sein werde, für ihre wunderbare, einfühlsame Arbeit und ihr großes Wissen.

Beide Schwangerschaften und die eine Geburt wären ohne Hebammen vollkommen anders abgelaufen.
Ich wünsche mir inständig, dass noch viele Generationen an Frauen ihre Kinder selbstbestimmt austragen und gebären können - dass unauffällig verlaufende Schwangerschaften sicher in den Händen von Hebammen liegen (denn eine Schwangerschaft ist keine Krankheit) und Schwangere diese wunderbare Zeit so erleben können, dass sie sich selbst und ihrem Kind näher kommen und die Schwangerschaft als ein großes Wunder genießen können.

Ein wirklich empfehlenswerter Blog zu dem Thema ist "Geborgen wachsen".


Wednesday, November 25, 2015

Klischees

Die Tochter fragt: "Sag mal, Mama... was ist ein Klischee?"
"Ähm, ja, also... das ist sozusagen ein Vorurteil bezüglich einer Gruppe von Menschen. Das für manche der Gruppe zuweilen auch zutrifft - und dann auf den Rest der Gruppe übertragen wird..."

Die Tochter schaute nach meiner Erklärung auf einer ihrer Lieblingsseiten nach und fand Interessantes: KuriosAh! Was ist ein Klischee?
Spannend übrigens auch die Videokolumne "Frag ein Klischee" der SZ.

Und so beschloss die Tochter: "Das ist jetzt mein momentanes Lieblingswort!" (die Tochter hat regelmäßig wechselnde Lieblingsworte).

Seitdem:
"Müsli zum Frühstück? Was für ein Klischee! Ich möchte morgen bitte Spaghetti mit Tomatensoße zum Frühstück."
"Ringelhosen zum Sport? Was für ein Mädchen-Klischee! Ich nehme ab jetzt den alten, schwarzen Fußball-Trainingsanzug von L. (dem großen Bruder)!"
"Zimmer aufräumen? Was für ein Klischee! Wer sagt denn, dass Kinderzimmer überhaupt aufgeräumt sein sollten???"

To be continued.

Tuesday, November 24, 2015

Weihnachtsmarkt-Marathon


In den letzten Jahren ist uns ein bisschen die Puste ausgegangen beim Weihnachtsmarkt-Marathon - aber eigentlich sind wir echte Weihnachtsmarkt-Fans.
Den legendären Nürnberger Weihnachtsmarkt haben wir noch nicht besucht - aber den Münchener sehr genossen, die Bäuche mit Maroni rund gegessen und durch glitzernden Schnee zunehmend bibbernd von Stand zu Stand geschlendert.
Eine kleine Weihnachtspyramide haben wir noch aus München, die leuchtet uns in jedem Jahr (auch wenn sie manchmal stehen bleibt und ein paar dunkle Flecken an den Holzflügeln das eindeutig verraten).
Ansonsten ist der Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg grundsätzlich ein Muss gewesen, der große Markt vor dem Roten Rathaus ebenso (hier gibt es in der Mitte auch eine kleine Fläche zum Schlittschuhlaufen).
Der Rixdorfer Markt ist klein und nicht so kommerziell - sehr gemütlich.
Und den Spandauer Weihnachtsmarkt mit Mittelalter-Kunsthandwerkmarkt muss man wenigstens einmal im Leben besucht haben.


Letztes Wochenende hat's in Berlin schon begonnen - wir starten allerdings erst am kommenden Wochenende.

Damit man nichts verpasst, gibt's alljährlich den >>> Berliner Weihnachtsmarktfahrplan.
Und ganz gewiss (fast) ALLE Weihnachtsmärkte deutschlandweit findet Ihr hier.

Monday, November 23, 2015

Der Sprung von 2010 zu 2015

Der Sprung ist wirklich extrem - und man kann mit Fug und Recht behaupten: Nichts ist mehr so, wie es damals war.

Wir wohnen nicht mehr im Prenzlauer Berg, die Kinder sind schon wirklich groß, die Tochter in der Grundschule, der Sohn auf der Oberschule.
Der Vater hat sich ganz und gar verabschiedet - da kann ich leider auch nichts dran schön reden, sondern uns nur einfügen in die Statistik, von der ja jede zu irgendeinem Zeitpunkt glaubt, nie dazuzugehören (und hoffentlich damit Recht behält).

Ganz lange hatte ich wirklich keine Lust mehr zu bloggen, es gibt zwar nach wie vor meinen DIY-RevoluzZza-Blog.
Aber das ist einfach etwas anderes.
Und es gibt einen "heimlichen" Blog, in dem ich ab und an öffentlich oder auf privat gestellt über meine sehr persönlichen Gedanken blogge.

Mama-Bloggen ist schon sehr anders geworden in der Zwischenzeit.
Product Placement und co wird es auch weiterhin hier nicht geben.
Höchstens wenn man mir eine riesige Menge Kinderbücher schenken sollte.
Oder hervorragendes Katzenfutter. 
Oder Allereinerziehenden-mit-Kindern-und-Hund-Entspannungs-Urlaub.
Nein. Nicht mal dann :-)
Ich werde auch kein Mama-Blog-Buch schreiben. Nur ein bisschen vor mich hinblöggeln. ;-)

Viele von den alten Mama-Blogs gibt es nicht mehr, aber aus den Augen haben wir uns zum Glück trotzdem nicht ganz verloren.

Einen Mama-Blog werde ich schon in meine chaotische Blogroll mit aufnehmen, weil er so charmant und toll ist - meine Montags-Mama-Blog-Empfehlung: AndalusienMutti